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Weltweites Zellwerk

Frühmittelalterlicher Edelsteinschmuck

Seit dem 1. Januar 2014 ist das LVR-LandesMuseum Bonn Kooperationspartner des Römisch-Germanischen Zentralmuseums Mainz in dem europaweiten, vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Forschungsprojekt "Weltweites Zellwerk – Umbrüche in der kulturellen Bedeutung frühmittelalterlichen Edelsteinschmucks vor dem Hintergrund von Wirtschaftsgeschichte sowie Ideen- und Technologietransfer".

Das Projekt beschäftigt sich mit Herkunft, Verarbeitung und Handel von Almandinen, einer Granatart, die in der Merowingerzeit (Ende 5.-7. Jahrhundert n. Chr.) als Einlage in Schmuck, Waffen- und Gürtelbeschlägen aus Edelmetall äußerst beliebt und weit verbreitet war. Tausende von Funden sind im Rheinland vor allem als Grabbeigaben bei archäologischen Grabungen entdeckt worden. Die Kombination der blutroten Steine mit den goldglänzenden Metallfassungen stellt eines der auffallendsten Stilelemente in der Ästhetik und dem Kunsthandwerk dieser Zeit dar.

Das Projekt vereint verschiedene naturwissenschaftliche und antiquarisch-archäologische Analysen des Materials. Dabei soll das nördliche Rheinland als Modellregion für die Herkunft, Verarbeitung und Verbreitung dieses Fernhandelsgutes sowie für Fragen nach den regionalen und lokalen Bedingungen für die Verfügbarkeit von Almandinen untersucht werden.

Am Beginn stehen in den Werkstätten des LVR-LandesMuseums Bonn röntgentechnische und mikroskopische Analysen zur Verarbeitungstechnik und Qualität der Stücke, die vor allem Fragen nach spezifischen Werkstattgruppen nachgehen.

Umfangreiche Röntgenfluoreszensanalysen am Römisch-Germanischen Zentralmuseum in Mainz liefern Daten zur chemischen Zusammensetzung der Steine. Somit kann der Weg dieser Stücke von den Gräbern im Rheinland zurück zu den Lagerstätten und Abbaugebieten verfolgt werden.

Ab der zweiten Hälfte des 6. Jahrhunderts wurden der Halbedelstein in vielen Fällen durch andere Materialien, vor allem gefärbtes Glas, ersetzt. Umfang, Zeitpunkt und Verarbeitungweise dieser Materialien werden untersucht. Im Fokus stehen dabei auch die großen, kostbaren Goldscheibenfibeln des 7. Jahrhunderts, die aufwendig vielfach mit bunten Glassteinen verziert wurden. Hier stellt sich die Frage nach Kontinuitäten in der Materialverarbeitung, den Werkstätten und den Handelswegen.

 

Weiterführende Links:

Römisch-Germanisches-Zentralmuseum Mainz - Projektseite

Projektblog zum Weltweiten Zellwerk


Kontakt

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