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Macht und Mächte

Was für Auswirkungen hatten Eroberungen und wechselende Herrschaftsformen durch die Jahrhunderte auf das Leben der Menschen im Rheinland? Welche Spuren hinterließen die Römer, die Franken oder die Adelsherrschaft des Mittelalters?

Der römische Feldherr Caesar eroberte in den Jahren 58-51 vor Christus Gallien, Belgien und die germanischen Gebiete links des Rheins, die für Jahrhunderte in das Römische Reich integriert wurden. Trotz zahlreicher Vorstöße über den Rhein gelang es Rom nur für kurze Zeit in der Germania Magna Fuß zu fassen. Mit der Varusschlacht im Jahre 9 nach Christus fanden diese Ambitionen mit der vollständigen Vernichtung dreier römischer Legionen ihr abruptes Ende. Das LVR-LandesMuseum Bonn besitzt mit dem Grabstein des Hauptmanns Marcus Caelius, den einzigen unbestreitbaren archäologischen Beleg für dieses Weichen stellende Ereignis. Bis um die Mitte des 5. Jahrhunderts hatte die Herrschaft Roms am Rhein Bestand. Dann übernahmen die germanischen Franken die Macht. Das Frühmittelalter war angebrochen und wurde durch eine Kriegergesellschaft geprägt. Ein herausragendes Zeugnis dieser Zeit ist das Grab des „Herrn“ von Morken (um 600 nach Christus). Der im Mittelmeerraum gefertigte Spangenhelm und der aus Skandinavien stammende Schild zeigen über welche weitreichende Verbindungen und Netzwerke, die frühmittelalterlichen Eliten verfügten. Im Zuge des Mittelalters entstehen feudale Strukturen, deren Kennzeichen unter anderem die Gründung zahlreicher adliger Burgherrschaften ist. Erst mit dem ausgehenden Mittelalter erstarkt das Bürgertum und strebt nach einer Teilnahme an der politischen Herrschaft. Adelige und reiche Bürgern zeigen auf Altarbildern, auf Grabmonumenten oder Gefäßen stolz ihre Familienwappen.

Im Barock wurde Kunst zu einem wichtigen Zeichen fürstlicher Macht. Im Rheinland ist es der Kölner Kurfürst Clemens August, der wie kein anderer Kunst als Mittel der fürstlichen Selbstdarstellung vom Gemälde bis zum Schlossbau auslebte. Das dunkelste Kapitel deutscher Geschichte, die Zeit des Nationalsozialismus, pervertierte nicht nur die Instrumente staatlicher Macht, sondern missbrauchte mit klarem Kalkül die Kunst für ihre Ideologie. Jeder, dessen Kunst nicht dem nationalsozialistischen, heroischen und siegreichen Bild entsprach, wurde ausgegrenzt, verfolgt und musste um sein Leben fürchten.


Kontakt

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