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Das Rheinland und die Welt

Wie prägte der Rhein die Landschaft und die Menschen, welche Rolle spielte der Fluss für die Entwicklung des Handels, von technischem Wissen und für den kulturellen Austausch? Nicht erst die Antike kennt weitreichende Kontakte. Schon im Brunnen von Kückhoven findet sich eine aus dem Ostseeraum stammende Bernsteinperle.

Die Welt war schon damals nicht klein und begrenzt. Bereits vor den Römern gab es einen ausgeprägten Handel über die Flüsse Rhône, Saône, Marne, Mosel und Rhein mit dem Mittelmeerraum. Doch waren es die Römer, deren geradezu perfektes Straßen- und Verkehrsnetz für intensive Verbindungen der Bevölkerung nordwärts der Alpen mit der mediterranen Kultur sorgte. Dies zeigen nicht zuletzt zahlreiche außergewöhnliche Schmuckstücke.

Von herausragender Bedeutung ist seit der Antike die Keramikproduktion im Rheinland, die bereits im 9. Jahrhundert bis nach Skandinavien verhandelt wurde. Das Sieburger Steinzeug des 15.-17. Jahrhundert ist der erste globale Exportschlager des Rheinlands und findet sich ebenso in den frühesten Siedlungen Nordamerikas wie auch in den Handelsniederlassungen Ostasiens.

Doch wie stand es um die Mobilität der Menschen? Pilgerreisen waren vielfach für den mittelalterlichen Menschen die einzige Möglichkeit unbekannte Regionen und Städte zu entdecken. Zu den mittelalterlichen Wallfahrtsorten im Rheinland wie Aachen – zu sehen ist eine originale Säule aus dem Münster Karls des Großen - und Köln kamen die Menschen von weit her.

Erst mit der Renaissance wird die Landschaft Teil der Kunst. Im süddeutschen Raum entstehen im 16. Jahrhunder die ersten Bilder, die sich ausschließlich der Landschaftdarstellung widmen. In der Mitte des 16. Jahrhunderts kommt es in den Niederlanden zu einer ersten Blüte dieses neuen Genres. Schon bald wird der Rhein beliebtes Motiv und mit der Rheinromantik wird vor allem der Mittelrhein mit seinen Burgen, Weinbergen und mittelalterlichen Städten zum Reiseziel des europäischen Bürgertums. Anhand zahlreicher Werke des 16. bis 19. Jahrhunderts lässt sich dieser veränderte Blick des Menschen auf seine Umwelt eindrücklich nachvollziehen.

Auch die Düsseldorfer Malerschule nimmt sich der Landschaftsmalerei an. Ihr reicher Bestand im LandesMuseum verdeutlicht die thematische Breite, die von der Historienmalerei, über Genrebilder bis zu religiösen Motiven reicht. Das sogenannte Kaiserpanorama, benannt nach dem ersten Aufstellungsort in der Kaiserstraße in Berlin, schließlich bietet dreidimensionale Ansichten des Rheinlandes aus dem Beginn des 20. Jahrhunderts.


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