Logo LVR-Landesmuseum BonnLogo LVR

Urlandschaft

Wie hat sich die Landschaft im Rheinland von der letzten Eiszeit bis heute gewandelt? Beile und Äxte stehen für den ersten tiefgreifenden Eingriff des Menschen in die rheinische Urlandschaft vor über 7.000 Jahren. Erstmals werden im großen Umfang Wälder abgeholzt und agrarische Anbauflächen erschlossen und Viehzucht betrieben. Seit der Jungsteinzeit (Neolithikum), die Europa vom Vorderen Orient aus erreichte, steigt der CO2-Anteil in der Atmosphäre unaufhörlich an.

Zwar bestehen die meisten heute erhaltenen Werkzeuge aus Stein, manchmal auch aus Knochen, doch die meisten Gegenstände sind Holzprodukte und andere organische Materialien. Einen einzigartigen Einblick in diese fast gänzlich verlorene Welt bieten die Funde aus dem Brunnen von Kückhoven, die im dritten Obergeschoss (Schöner leben, überleben) präsentiert werden und sich dank der feuchten Bodenverhältnisse erhalten haben.

Auf die Jungsteinzeit folgten die Metallzeiten (Bronze- und Eisenzeit). Ging man noch vor rund zwei Jahrzehnten davon aus, dass während dieses Zeitabschnitts das Rheinland weitgehend von Wäldern bedeckt gewesen war, so haben vor allem archäobotanische Untersuchungen gezeigt, dass gerade während der Eisenzeit die fruchtbaren Lößböden zwischen Aachen und Köln intensiv besiedelt waren. Als die Römer das Rheinland im ersten Jahrhundert vor Christus eroberten und ihre Städte und ländlichen Villen errichteten war es also keinesfalls eine unkultivierte Region.

Die landwirtschaftlichen Produkte bildeten das Rückgrat der römischen Wirtschaft. Viele Werkzeugformen, die die Römer mit ins Rheinland brachten, haben sich bis heute kaum gewandelt. Straßen, neue Feldeinteilungen, Hafenanlagen, Siedlungen und Stadtgründungen veränderten das ländliche Erscheinungsbild bis über das Ende der Römischen Herrschaft hinaus entscheidend. Es verwundert daher nicht, dass die früheste fränkische Bevölkerung im 5. Jahrhundert in den landwirtschaftlichen Gunsträumen und an strategisch wichtigen Punkten nachweisbar ist. Der Bezug zu römischen Strukturen ist überdeutlich.

Wichtige Veränderungen bringt die Karolingerzeit, die zum Mittelalter und zur Feudalherrschaft überleitet, mit sich. Die ländliche Bevölkerung im Mittelalter lebte in Dörfern und bewirtschaftete durch den Wechsel der Jahreszeiten und durch religiöse Rahmenbedingungen bestimmt die Äcker, die sich überwiegend im Eigentum des Adels befanden.

Mit der Renaissance veränderte sich der Blick des Menschen auf die Natur. Sie wird eigenständiger Gegenstand der geistigen und damit auch künstlerischen Betrachtung. Ein völlig neues Verständnis des Menschen von seiner Umwelt wird hier fassbar. In immer wieder neuen Bildsprachen widmen sich Künstlerinnen und Künstler seit dieser Zeit dem Thema Landschaft. In besonders anschaulicher Weise macht dies die Landschaftsgalerie sichtbar.

Hinweis:

Dieser Bereich ist zur Zeit wegen Umbaumaßnahmen gesperrt. Hier entsteht die kommende Ausstellung "Zero ist gut für dich", die ab November 2016 zu sehen ist.


Kontakt

LVR-LandesMuseum Bonn, Colmantstr. 14-16, 53115 Bonn

Tel. +49 (0) 228 / 2070 - 0, Fax +49 (0) 228 / 2070 - 299

Öffnungszeiten Museum

DI bis FR, SO und Feiertag 11 - 18,

SA 13 - 18 Uhr, MO geschlossen

Gruppenführungen für Schulklassen ab 10 Uhr möglich

Öffnungszeiten Bibliothek

MO bis FR 8 - 16 Uhr