Goldschmuck der keltischen Fürstin von Waldalgesheim
Goldringe aus dem Grab der Fürstin von Waldalgesheim. Foto: Schafgans
Um 330/320 vor Christus
Fundort: Waldalgesheim, Kreis Mainz-Bingen
1871 erworben vom Verein von Altertumsfreunden im Rheinlande
Gold
Dauerleihgabe des Vereins von Altertumsfreunden im Rheinlande
Diese Wagengrab wurde 1869 in Waldalgesheim, Kreis Mainz-Bingen, gefunden. Es war eine reich ausgestattete Frauenbestattung, die als Prunkgrab anzusehen ist. Die Verstorbene war wohl in einer Grabkammer unter einem Erdhügel bestattet worden. Es handelt sich um einen sehr bedeutenden frühkeltischen Fund.
Der Goldschmuck
Zuerst kam der Goldschmuck ans Tageslicht. Es sind zwei Unterarmringe, ein Oberarmring und ein Halsring. Zwei Schmuckstücke haben einen sehr hohen Feingoldgehalt.
Die Ornamente
Der große Halsring ist aus mehreren Stücken zusammengesetzt. Die Enden der Puffer sind mit einem Profil, die Kragen mit Ornamenten verziert. Rankenmotive in vielen unterschiedlichen Formen finden sich auch auf den beiden Unterarmringen, bei denen in der Ringmitte eine Maske zu erkennen ist. Weitere Schmuckformen sind Paare von Dreiecken sowie Palmetten.
Das Gold
Griechische Goldmünzen sind wahrscheinlich zur Herstellung der vier Goldringe verwendet worden. Dies ergibt sich aus dem Gewicht und dem Feingehalt des Goldes.
Weitere Grabbeigaben
Zur persönlichen Ausstattung der Fürstin gehörten außer den Goldringen weitere Schmuckstücke wie Schmuck- und Gürtelscheiben und Glasperlen. Aus Italien stammten zwei Schneckengehäuse, wahrscheinlich wurden sie als Amulette angesehen. Ihrer herausragenden Stellung gemäß wurde der Fürstin auch wertvolles Trinkgeschirr aus Bronze mit ins Grab gegeben: Der Eimer stammt aus Italien, die Kanne ist eine keltische Arbeit. In der Grabkammer befand sich auch ein zweirädriger Streitwagen, dazu ein Joch. Dessen Jochaufsatz hat sich erhalten.
Quelle des Reichtums
In Waldalgesheim gab es wohl bereits in frühkeltischer Zeit Eisen-Mangan-Erz, das an der Oberfläche austrat und abgebaut wurde. Mit diesem Rohstoff dürfte die Fürstin gehandelt haben.
Standort: zu finden in der Dauerausstellung im Thema „Neandertaler & Co", Erstes Obergeschoss, Neubau, rechte Seite